Für Dietmar Panitz

„Ohne ihn wären die Mehlprimeln kein Duo – doch nicht nur deshalb ist er stets dabei … und erinnert den Texter an den Text, spielt äußerst leidenschaftlich Gitarre, genauso wie sein Bassbariton oder die Kindertröte… Kurz: auch er ein Virtuose in vielerlei Hinsicht. Er sorgt gleichzeitig für die richtige Beschallung und kümmert sich um jegliche Ab- und Aufmischung von Klängen und Stimmungen bis tief in die Nacht – auch nach dem Konzert.“ (aus Reiner Panitz „bis zum Sanktnimmerleinstag“). 

Nur bei oberflächlicher Betrachtung spielte Dietmar bei den Mehlprimeln die zweite Geige, viel mehr war er ein guter Geist, der das Projekt am Laufen hielt, nicht nur als Mitsänger und Mitspieler, sondern auch als Manager, Logistiker, Techniker und Chauffeur. 

Mit seinem Bruder bildete er ein kongeniales Team, immer ein bisschen anders als der Mainstream, voller Humor und Herzenswärme, immer mit einem Augenzwinkern, aufgeschlossen auch für höheren Blödsinn, nie verletzend, immer originell, immer voller musikalischer Überraschungen, die Mehlprimeln waren einfach einzigartig! 

Als im April 1989 der Förderverein Kleinkunstbrauerei aus der Taufe gehoben wurde, war Dietmar ein Mitglied der ersten Stunde. Seine Kontakte, die der Mehlprimeln und seines Bruders Jürgen, haben es dem Verein ermöglicht, immer wieder ein für einen etwas abgelegenen kleinen Klosterort sensationelles Kleinkunstprogramm mit Weltstadtniveau auf die Beine zu stellen. Die Gästebücher des Thaddäus repräsentieren das „who is who“ der Kleinkunst- und Kabarettszene und regelmäßig erfreuten uns die Mehlprimeln nicht nur mit ihren Konzerten, sondern auch danach, abends am Stammtisch, wenn die Gitarren wieder hervorgeholt wurden.

Denn Dietmar und seine Brüder sind gute Gastgeber, Menschen, die gerne feiern, gute Speisen und guten Wein genießen und zusammen mit ihrem Team die einzigartige Wohlfühlatmosphäre des Thaddäus geschaffen haben. 

Dietmar war – wie seine Brüder – naturverbunden, traditionell im besten Sinne, die mit ihrer Kunst das Echte, Ursprüngliche bewahren wollen, sei es die Pflege der Volksmusik, auch zusammen mit den Thürlesbergern, sei es durch ihr frühes politisches Engagement gegen die Zerstörung unserer unmittelbaren Umwelt und Natur.

Gerne hielt er sich im Wald auf und brachte fantastische Exemplare von Steinpilzen von seinen Spaziergängen mit. Auch bei der Zubereitung stand er seinen Mann und das war vielleicht auch der Start seiner dritten oder vierten Karriere, nämlich der als Koch im Thaddäus. Bewundernswert, wie er als Autodidakt eine Großküche gemeistert hat. 

Wir haben uns alle sehr gefreut, dass Dietmar in den letzten Jahren mit Conny sein persönliches Glück gefunden hat und es war eine große Beruhigung, dass er in seiner schweren Krankheit so liebevoll umsorgt wurde. Der Abschied von Dietmar fällt schwer, wir haben nicht nur ein Mitglied, sondern einen guten Freund und liebenswerten Künstler verloren. Nach meiner tröstlichen Vorstellung sitzt er jetzt bei einem guten Glas Weißwein im Musikerhimmel, schaut heiteren Gemüts auf uns herab und freut sich verschmitzt über alle lobenden Worte und positiven Gedanken. 

Friedhelm Kirchhoff