Presseberichte


Nachdenklich und entwaffnend

 Nachdenklich und feinsinnig - ein Maiabend im Thaddäus mit Rainer Panitz, seiner Tochter Flavia und dem Geigenensemble Radosov aus Mähren.    Foto: Elke Böcker

Musik   Ein wunderbarer Maiabend  mit Mehlprimel Rainer Panitz

Donauwörther Zeitung Nr. 112 vom 16. mai 2022                                                    * von Elke Böcker*

Kaisheim    Mehlprimel Rainer Panitz mit Tochter Flavia begleitete seine begeisterten Gäste im Thaddäus von Kaisheim ins pure Vergnügen. Mit mitreißender Musik unterstützte sie dabei das befreundete Geigenen­semble Radosov aus Mähren. Im Sudhaus der ehemaligen Kloster­brauerei präsentierten die beiden Panitzkünstler so Bekanntes wie „Zwieback im Biwak“ oder „Flie­gende Untertassen“. In gewohnter Weise gab es jedoch auch feinsinnige Anmerkungen zum Hier und Jetzt.

     Sei es das Alter und seine Begleit­erscheinungen, seien es die „harten Zeiten“, von denen „Genosse Ger­hard“ betroffen ist, oder die schwin­dende Zahl der Maikäfer. Reiner Pa­nitz wusste zu jedem Geschehnis, zu jeder Beobachtung den passenden Spruch, das treffende Gedicht oder den geeigneten Song - selbst kreiert oder treffend angepasst. Nachdenk­lich und voll des entwaffnenden Hu­mors. Tochter Flavia verlieh den kleinen Kunstwerken oftmals einen neuen Ton, sang und musizierte er­frischend jung. Deren beider Repertoire reichte dabei vom „Antikriegs­lied aus Südtirol“ über die „Jodel­meise“ bis hin zum Mondlied. Lieder mitten aus und jenseits jeglicher Zeit entrückten für einen Abend die Gäste der Welt und verliehen ihnen dabei gleichzeitig einen ganz besonderen Blick auf selbige.

     Dazwischen oder auch dazu spiel­ten die fünf Musiker aus Mähren gleichsam zum Tanz - gar manchen hat es in den Beinen gejuckt. Melan­cholisch oder fröhlich temperament­voll waren die Stücke aus Slowenien, Tschechien und Mähren - Musik aus einer fast schon vergangenen Zeit, die es unbedingt zu retten gilt. Sie spielten Musik für große Feste mit­ten im Ort, wo Menschen sich tref­fen, um miteinander zu sprechen, zu lachen, zu weinen und zu tanzen.

     Das Radosov’sche Geigenensem­ble braucht - wie die Mehlprimeln und ihre Gäste - unbedingt das Dorf­wirtshaus. Spätestens bei dieser Überlegung verstehen die Liebhaber der wunderbaren Kleinkunstbühne, warum Reiner Panitz von der ständig wachsenden Systemgastronomie be­richtet und dem damit einhergehen­den Sterben der Dorfwirtshäuser.


Lieder, mitten aus dem Leben

Musik   Mit „Liedern zum täglichen Gebrauch“ bezauberte das Duo Mon Mari et Moi
 die Konzertbesucher in der Kleinkunstbühne Thaddäus in Kaisheim.

Donauwörther Zeitung Nr. 94 vom 25. April 2022                                                    * von Andrea Hammerl*

Kaisheim   Das Künstlerpaar Shakti und Mathias Paque aus Kaiserslau­tern ist ohne Agentur deutschland­weit unterwegs, sympathisch und authentisch, durch und durch. Au­thentizität fängt beim Namen an, der nach Künstlernamen klingt, aber tatsächlich der bürgerliche ist, und prägt natürlich auch ihre Lie­der. Alle stammen aus eigener Fe­der, Lieder zum Nachdenken und Schmunzeln, mit hohem Wiederer­kennungswert und mitten aus dem Leben - eine augenzwinkernde, herzerwärmende Gebrauchsanwei­sung, eben dieses Leben von der hu­morvollen Seite zu nehmen, notfalls mithilfe der „Rosaroten Brille“.

     Dieses Lied ist einer Verwandten gewidmet, die viel Pech und wenig Grund zum Fröhlichsein hatte, den­noch aber unerschütterlich positiv eingestellt blieb. „Sie ist die einzige Frau, die ich kenne, die zweimal hintereinander mit Heiratsschwind­lern verheiratet war und trotzdem fand: Ich hatte doch eine gute Zeit, bevor ich wusste, dass er Heirats­schwindler ist“, sagt Shakti Paque, die zu jedem Lied eine kleine Ge­schichte erzählt, wie es entstanden oder vielmehr ihr und ihrem Ehe­mann Mathias zugeflogen ist. Er spielt Gitarre, „seit er weiß, dass es Gitarren gibt“, begleitet Shakti ein­fühlsam, untermalt, beansprucht aber auch genügend Raum für Zwi­schenspiele, um sein virtuoses Kön­nen an der zwölfsaitigen Westerngi­tarre oder den beiden unterschied­lich gestimmten Konzertgitarren zu zeigen. Gelegentlich singt er auch, meist nur kurze Kommentare zu ih­ren Texten, manchmal auch eigene Strophen. So bekommt jeder Song seine eigene Note, zusätzliche in­strumentale Akzente setzt er mit Kazoo oder Mundharmonika, sie mit ungewöhnlichen Perkussionsin­strumenten wie Wah-Wah Tube oder Shaker in Zigarettenschachtel­größe, mit Pianica und Autoharp so­wie ebenfalls Kazoo.

Von Kaiserslautern nach Kaisheim: Mon Mari Moi, bürgerlich Shakti und Mathias Paqué, gestalteten einen eindrucksvollen Abend im Thaddäus mit "Liedern zum täglichen Gebrauch".
Foto: Andrea Hammerl

     Sieben-Zonen-Tonnentaschenfederkern-Matratze, trösten sich über die Corona-Tristesse mit dem „Highlight der Woche“ aus dem Al­di-Prospekt oder wünschen sich von ihrem Gegenüber „Komm näher“, blicken vom Waschsalon staunend auf völlig unerwartete Reize der ei­gentlich hässlichen „Ecke Logen- Eisenbahnstraße im Herbst“ in Kai­serslautern und überwinden ihre Zi­garettensucht mithilfe mehrerer Portionen „Schokoladeneis“ täglich. Weil eine Bekannte mit ihrem You- tube-Kanal mit Kochrezepten er­folgreich ist und meinte, dafür funk­tionierten nur Rezepte oder Haus­tiere, Musik jedoch weniger, haben sich Mon Mari et Moi gedacht, dann ließe sich ihr Kanal sicherlich mit ei­nem gesungenen Rezept puschen. Voilà, also serviert Shakti mit ihrer klangschönen, leicht rauchigen Alt­stimme eine musikalische „Mulliga- tawny-Soup“, versehen mit händisch gewechselten Untertiteln, da­mit beim Nachkochen auch ja nichts schiefgeht.

     Ein Liebeslied, das fehlte noch im Programm. So richtig romantisch sollte es sein, verrät Shakti treuher­zig. Doch dann nimmt „Adorno und Marx“ eigenwillig eine ganz andere Richtung, wird zur trotzigen Ab­rechnung mit dem nur dem anderen zuliebe besuchten Yogakurs sowie den aus selbem Grund gelesenen Büchern und gipfelt in der sehn­süchtigen Forderung: „Könntest du so was nicht auch für mich tun?“. Den Tanzflächenrand-Sitzern ist das Lied „Könnt ich tanzen, würd ich tanzen“ gewidmet, „Erinner mich“ den Handy-Telefonierern im Zug, die das ganze Abteil an ihren Belanglosigkeiten teilhaben lassen, der „Hus-Song“ allen Städten, de­ren Schönheiten plattgemacht und von seelenlosen Blöcken ersetzt werden. Wer sich vorkommt, als säße er im falschen Film, dem raten Mon Mari et Moi zu einem alten Italo-Western „Mit Musik von Morricone“. Kurz, kein Lebensgefühl bleibt außen vor. Kein Wunder, dass sich Jürgen Panitz in die Musik verliebt und das Duo ins Thaddäus geholt hat. Auch das Publikum ist begeistert und erklatscht sich insge­samt vier Zugaben - zwei mehr als eigentlich vorgesehen, darunter zum Abschluss das zauberhafte Schlaflied „Una Canzone para Max“ für den schlafunwilligen Enkelsohn einer guten Freundin.


Musik hören und spüren

Konzert   Die Marion & Sobo Band entführt das Publikum im Thaddäus in fremde Welten.

Donauwörther Zeitung Nr. 84 vom 11. April 2022                                                    * von Tanja Sonntag *

Kaisheim       Wenn man von Gypsy Jazz und Chanson keine Ahnung hat, weiß man nicht, was einen erwartet, als der Geiger, die beiden Gitarris­ten und der Kontrabassist die Bühne betreten. Zweifelsohne wird man aber positiv überrascht. Denn Mari­on & Sobo Band entführen das Pu­blikum im Thaddäus in Kaisheim mit ihren harmonischen Klängen in fremde Welten. Diesen Eindruck erzeugt vor allem die angenehme Stimme der Sängerin Marion Lenfant-Preus, die in verschiedenen Sprachen singt. Besonders beein­druckend ist ihr Scat-Gesang, also ihre Improvisationen mit ihrer Stimme.
     Einige Texte sind auf Franzö­sisch, die Lieder geben einem das Gefühl, sich in Pariser Gassen zu be­finden, handeln von einem Tiger in Paris oder einem Pariser Viertel. Andere haben deutsche Texte, be­singen WG-Partys, eine verlorene Liebe oder Reisen. Wieder andere sind auf Romanes geschrieben und versetzen die Zuhörerinnen und Zu­hörer an Küsten, Wüsten oder Mit­telmeerstädte. Ein weiteres Lied hat einen englischen Text und soll zu mehr Akzeptanz unter Mitbürge­rinnen und Mitbürgern sowie zum Wählen aufrufen.
     Dabei sticht jedoch nicht nur die bezaubernde Singstimme heraus. Denn die Band aus Bonn besticht auch mit den akrobatischen Soli und dem Zusammenspiel von Geiger Frank Brempel, Gitarrist Alexander Sobocinski und Kontrabassist Stefan Berger. In einigen der fesselnden und verspielten Lieder wird kaum gesungen, stattdessen geben die Musiker Improvisationen zum Bes­ten, überraschen das Publikum durch scheinbare Stilbrüche und unerwartete Arrangements. Die meisten Lieder haben die Musiker selbst geschrieben, viele stammen aus ihrem aktuellen Album „Histoires“, das bei den Radiosendern WDR3 und SWR2 als „Album der Woche“ gewürdigt wurde.
     Dass die wenigsten Zuhörerinnen und Zuhörer alle Texte verstehen können, stört überhaupt nicht, denn die Melancholie oder Freude, die durch die Lieder transportiert wird, kommt auch ohne Textverständnis an. Die Musik können hier nicht nur die Musiker spüren. Das zeigt sich auch dadurch, dass das Publikum die Band am liebsten gar nicht gehen lassen würde und noch lange klatscht, nachdem diese die Bühne verlassen hat.

Publikum mag die Band nicht gehen lassenLässt das Publikum die Musik nicht nur hören,sondern auch spüren: die Marion & Sobo Band bei ihrem Auftritt im Kaisheimer Thaddäus.          Foto: Tanja Sonntag

     Aus der eigenen Feder der Mari­on & Sobo Band stammt zum Bei­spiel „Die Badewanne voller Bier“, die eine Hommage an WG-Partys darstellt. „Ich setz’ mich trotzdem in den Fluss, so kalt wie eine Bade­wanne voller Eis, wie man sie bei den WG Partys früher kannte“, singt Marion Lenfant-Preus.
     Der Stil der Band ist von Django Reinhardt inspiriert. Zwei ihrer Lieder basieren auf seinen Arrange­ments. Besonders beeindruckend ist dabei der „Norwegische Tanz“, der ursprünglich von Edvard Grieg ge­schrieben, von Django Reinhardt adaptiert und nun von Marion mit einem Text versehen wurde. In dem melancholischen Stück singt sie vom „Tanz in norwegischen Sommer­nächten“ und wird von einem fes­selnden Geigensolo unterbrochen.



Ein Hauch Strunzenöd in Kaisheim

Humor    Michael Altinger berichtet im Kaisheimer Thaddäus über die Lichtblicke in seinem Leben.
Man ahnt, warum er den Bayerischen Kabarettpreis bekam.

Donauwörther Zeitung Nr. 78 vom 04. April 2022                                                    * VON Daniel Weigl*

Kaisheim   Michael Altinger ist die Freude anzumerken, endlich wieder vor Livepublikum spielen zu dür­fen. Ein „Lichtblick“ in schwierigen Zeiten. Im gleichnamigen Pro­gramm, das er dem Kaisheimer Pu­blikum in der gut gefüllten Klein­kunstbrauerei Thaddäus präsen­tiert, geht es um alles - nämlich um Strunzenöd.

     Es ist Altingers Welt, die er ver­sucht, seit zwei Kabarettprogram­men zu retten. „Lichtblick“ ist der letzte Teil der Trilogie, und Altin­ger gibt alles. Er singt, tanzt, trägt Gedichte vor, glänzt mit „unnüt­zem Wissen, das man nicht nach­googeln kann, und tut das, wofür man ihn aus dem Fernsehen, bei­spielsweise in der Sendung „Schlachthof“, bestens kennt: Er schmeißt im hohen Tempo mit Pointen um sich, redet sich manch­mal in Rage, aber immer mit der nötigen Bodenhaftung. Der Nie­derbayer erzählt aus dem wahren Leben, stoisch begleitet von An­dreas Rother an der Gitarre.

     Altingers roter Faden ist Strunzenöd. Ein Ort, in dem sich die  Frauen noch „echte Kerle“ wün­schen. Die Definition: Männer, die sich innerorts mit ihrem VW Jericho an das Tempolimit 130 km/h halten. Männer, die sich sonntags auf dem Fußballplatz prügeln, Männer, die sich nur waschen, wenn die Frau da­rum bittet. Die Wahrheit: Die Strunzenöder Männer haben Angst. Angst vor ihren Frauen, also treffen sie sich heimlich in der Teestube des Sportheims, meditieren und machen Yogaübungen - Zutritt haben nur Männer, die das geheime Losungs­wort kennen: „Maya, erzähle uns von dir“.

Kabarettist Michael Altinger suchte im Kaisheimer Thaddäus nach den wenigen Licht­blicken im Leben.
Foto: Weigl

     Ohnehin ticken die Uhren in Strunzenöd ein wenig anders. So schafft es Bürgermeister Helmut Lux nicht nur, die nächsten Olym­pischen Spiele in seine Heimatge­meinde zu bringen, sondern er er­richtet auch eine Abschussrampe für den Flug ins All. Und wenn die Strunzenöder beginnen, unange­nehme Fragen zu stellen, richtet er schnurstracks ein Fest aus, und die Welt ist wieder in Ordnung. Zumin­dest in Strunzenöd. Im Rest der Welt gibt es laut Altinger nur weni­ge Lichtblicke. So ist es mit zuneh­mendem Alter nicht nur mühsam, ei­nen Arzt zu finden, der jünger ist als man selbst, auch der simple Hotel­aufenthalt wird durch gläserne Bad­türen immer komplizierter: „Mei­nen die Architekten wirklich, es gibt nur schöne Menschen auf diesem Planeten?“ Während manche Frau­en den Anblick ihres durchtrainier­ten Mannes auf der „Schüssel“ laut Altinger bestimmt genießen, denkt sich seine Frau gewiss: „Hoffentlich bieselt der nur!“

     Michael Altinger, der bereits mit dem Bayerischen Kabarettpreis aus­gezeichnet wurde, wird nicht müde zu betonen, wie sehr er die Liveauf­tritte nach der Pandemie genießt. „Kultur unterscheidet uns von den Viechern“, erklärt er und nimmt dafür sogar eine Anreise durch Asbach-Bäumenheim (schönster Ort, wo man hätte durchfahren können) in Kauf. Ohnehin sind er und das Kaisheimer Publikum „die Guten, und draußen sind nur lauter Dep­pen“. Diese Erkenntnis ist ja zumin­dest auch ein kleiner Lichtblick in schwierigen Zeiten.



Von Briefträgern und künstlicher Intelligenz

Kabarettist Günther Paal war im Thaddäus zu Gast

Donauwörther Zeitung Nr. 72 vom 28. März 2022                                                    * VON Tanja Sonntag*


Kaisheim „Man sollte ab und zu einen Briefträger verprügeln.“ Diese gewagte These stellt Gunkl in den Raum. Ihm selbst ist ebenfalls klar, dass es sich dabei um „keinen guten Satz“ handelt, um einen Auftritt zu beginnen, und doch wird sich das Thema „Nachrichten“ mehr oder weniger durch sein Programm ziehen, das er Freitagabend im Thaddäus in Kaisheim zum Besten gibt. Mit bürgerlichem Namen heißt der Kabarettist Günther Paal und ist Österreicher.
      Allein und ohne jeden Schnickschnack steht er auf der Bühne, erzählt und gestikuliert. Scheinbar folgt er einem roten Faden, dennoch lässt sich schwer beschreiben, was genau das Kernthema seines Programmes ist. Die selbst gegebene Bezeichnung als „Gedankenakrobat“ bringt es am ehesten auf den Punkt - Gunkl scheint seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Die Darbietung ist genauso kompliziert wie faszinierend. Nicht umsonst nennt er sein Programm „eine abendfüllende Ausschweifung“. Ist man in einem Moment kurz abgelenkt, weiß man schon nicht mehr, wie und wieso er bei seinem derzeitigen Thema gelandet ist.

Kabarettist Gunkl im Kaisheimer Thaddäus: „Die vielen Ichs machen das Zusammenleben so kompliziert, aber auch erst möglich.“
 Foto: Tanja Sonntag

Kabarettist zeigt sich besorgt über künstliche Intelligenz


Er erzählt davon, dass früher Boten an die von ihnen überbrachten Nachricht gekoppelt wurden, was bei hierarchischem Gefälle durchaus zum Tod führen konnte. Ohne, dass es in diesem Augenblick irritieren würde, sinniert er plötzlich über das Überleben des größeren Pavian-Männchens, auch wenn das offensichtlich mit Boten nichts mehr zu tun hat. „Brust­korbklopfen und dicke Autos fahren ist arterhaltend“, behauptet er und legt im nächsten Moment dar, dass das nur bedingt stimmt.
Gunkl erwähnt Kinder, die ihr Ich in ihrer „Nein-Phase“ entdecken und stellt fest: „Die vielen Ichs machen das Zusammenleben so kompliziert und doch erst möglich. “ Denn jeder erlebt, wie er von anderen Ichs erlebt wird. „Wer eine Trennung durchlebt hat, merkt, dass sich nicht nur der Tagesablauf ändert“, behauptet er. Dabei redet der Kabarettist manchmal so schnell, dass Scherze erst im Raum angekommen sind, wenn er sich schon in der Mitte des nächsten Satzes befindet.
Besorgt äußert er sich gegenüber künstlicher Intelligenz. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass in der Maschine ein Ich entsteht“, überlegt Gunkl, „und es schwindelt sich auch schnell ein „Die“ in den Ich- Baukasten.“ Das „Die“ seien dann eben wir Menschen.
     Sowieso sei es schlauer, Probleme zu vermeiden, statt auf Intelligenz zu setzen, was ja bedeute, dass man die Fähigkeit habe, Probleme zu lösen.